Es wurde heftig getrunken und bescheiden geschmaust- vor allem in
den Hungerjahren während und nach dem 1. Weltkrieg. Die barfüßige Gräfin
Reventlow, die Schwabing und den Rest der Welt als
"Wahnmoching" verstand, gab das Motto für die etablierten oder
später erst berühmt gewordenen Stammgäste wie Erich Mühsam,
Max Dauthendey, Franz Blei, Albert Weisgerber, Oskar Maria Graf,
Max Halbe, Joachim Ringelnatz, Ludwig Scharf und alle
Normalsterblichen, die sich im Glanz der Zelebritäten amüsierten.
Das blieb auch so in den kommenden Jahrzehnten bei den
verschiedenen Simpl- Wirten wie beispielsweise Theo Prosel und vor
allem der seit 1960 höchst aktiven Wirtin Toni Netzle, der es
lange Zeit gelang, wieder einen bunten Mix aus Künstlern,
Politprominenz und Schickeria in dem inzwischen zur Institution
gewordenen Lokal zu versammeln.
Heute ist der "Simpl" erfüllt von neuem Leben unter seinem vitalen
Chef Wassili.
Noch immer hängen die Fotos seiner Vorgänger und ihrer berühmten Gäste
an den holzvertäfelten Wänden, doch darunter amüsiert sich
die heutige Schwabinger Jugend- und alle, die noch versuchen,
dazuzugehören- bis in den frühen Morgen
und 100 Jahre sind wie im Rausch verflogen...
Innen Bild 4
Aussen Bild 1